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Adam Silvera – They Both Die At The End

„They Both Die At The End” passt zu der Jahreszeit, in der sich alles um uns herum zum Sterben nochmal in den schönsten Farben zeigt und uns an die eigene Mortalität erinnert.

Denn das Thema des Romans ist ein ähnliches: in der von Adam Silvera geschaffenen Welt erfahren Menschen frühzeitig, wann sie sterben, um an ihrem letzten Tag noch einmal richtig leben zu können. Die sogenannten „Decker” bekommen Rabatte in Restaurants, können per Virtual Reality ein letztes Mal – und in Sicherheit – Risikosportarten ausprobieren und haben durch die „Last Friend App” die Möglichkeit, jemanden zu finden, der sie an diesem Tag begleitet.

Mateo und Rufus sind zwei Decker, die sich auf diese Weise kennenlernen, und der Leser verfolgt die beiden Jungen an ihrem letzten Tag, an dem beide ganz neue Erfahrungen machen, und lernen, was es heißt, wirklich zu leben.

Ein ernstes Thema also, welches Silvera in diesem wunderschön gestalteten Roman mal mehr, mal weniger gekonnt umsetzt. Zwar sind die Auswirkungen des bekannten Todeszeitpunkts spürbar und gut ausgearbeitet, die Beziehung der beiden Jungen ist aber schwieriger nachzuvollziehen. Auch in 24 Stunden kann man bedeutsame Beziehungen aufbauen, gewiss – Mateo und Rufus fehlt es aber an Chemie. Das wird davon unterstrichen, dass die beiden so viele aufregende Dinge gar nicht erleben und es sich anfühlt, als würden sie ihre Zeit verschwenden. Es gibt einige Momente, in denen sie einfach unterwegs sind und sich fragen, wie sie weiter verfahren sollen. Der Schwenk der Beziehung selbst ist dann zu abrupt, was der Geschichte Potenzial raubt.Dennoch schafft „They Both Die At The End” es, einen emotional mitzunehmen und in einer Weise den Tod zu besprechen, der auch für ältere Jugendliche angemessen ist. Besonders die letzten 50 Seiten hatten es in sich, und wecken im Leser auch die Frage, ob man sein Leben wirklich so lebt, wie man sollte. Was würdet ihr an eurem letzten Tag tun?

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