3/5,  Fantasy,  Graphic Novel,  Horror,  izneo,  Rezension

J.P. Ahonen & K.P. Alare – Perkeros

“W-wenn wir es nie schaffen? Wenn ich mein ganzes Leben darauf verschwende, etwas zu erreichen, das ich nie haben kann? Erschreckend.”

“So geht es doch allen. Keiner weiß, was die Zukunft bringt. Man muss es einfach rausfinden, oder? Es gibt kein Patentrezept fürs Leben… Ich glaub nicht an Schicksal, sondern dass jeder es selbst anpacken muss, weisst du? Das Leben bietet dir verschiedene Möglichkeiten, aber welche du davon ergreifst und welche nicht, hängt von dir ab. Du selbst bist deiner Zukunft Schmied.”

Perkeros, S.83

Der Student Akseli, Kellnerin Lilja, Alt-Hippie Kervinen und Bär – ja, ein Bär – sind Perkeros – eine finnische Metal Band, die versucht, im Musikbusiness Fuß zu fassen. Der bislang ausbleibende Erfolg liegt dabei nicht zuletzt an der ausbaufähigen Stimme des Gitarristen Akseli. Die harte Kritik an ihm und die bröckelnde Beziehung zu seiner Freundin Jatta, die wenig Verständnis für seine Leidenschaft mitbringt, nagen an Akseli. Als Lilja auf den Kebab-Verkäufer Aydin trifft und diesen mit zu einer Bandprobe bringt, stellt sich der Gitarrist und Sänger als unglaubliches Talent heraus und die auf Akseli liegende Last wiegt immer schwerer. Als das Verhältnis zu seinen Bandmitgliedern dadurch ins Wanken gerät, sie aber auf ihren ersten großen Auftritt hinarbeiten, erscheint eine mysteriöse und gefährliche Gruppierung auf der Bildfläche, welche eine dunkle Seite der Musik offenbart. 

In der Graphic Novel “Perkeros” des finnischen Duos J.P. Ahonen und K.P. Alare, welche in der deutschen Übersetzung erstmals 2014 bei Panini erschien, begleiten wir die gleichnamige Band, aber vor allem Protagonist Akseli, auf dem harten Weg zum Einstieg und Erfolg im Musikbusiness. Dabei richtet sich die Story auf den geplanten Auftritt beim “Rocktoberfest” aus, ehe sie sich nach und nach in eine andere Richtung entwickelt. Die Musik gerät immer mehr in den Hintergrund und vor allem Akselis Gefühlswelt steht im Fokus. Mit einem tiefen Einblick in die Beziehungen der Bandkollegen untereinander wird die Story gut ergänzt und es entsteht eine angenehme Mischung aus Musik- und Freundschafts- sowie Liebesgeschichte.

Doch dies schien Ahonen und Alare noch nicht genug zu sein. Nach und nach erhält der Leser Hinweise auf einen weiteren Handlungsstrang, der sich ab einem gewissen Punkt als mystisches Element offenbart. Eine von Musik negativ beeinflusste und gewalttätige Gruppierung treibt ihr Unwesen in der Stadt und birgt plötzlich auch eine Gefahr für Keyboarderin Lilja. Somit steuert die Geschichte plötzlich auf zwei große Showdowns hin und neben der realistisch gehaltenen – sehen wir mal vom Drummer Bär ab – Storyline zur Band, erscheint die weitere Handlung eher etwas verdreht. Mir persönlich waren die verschiedenen Genres zu viel, da für mich nicht ersichtlich war, was “Perkeros” nun eigentlich sein möchte. 

Farbreiche und gut abgestimmte, aber auch textlastige Panels machen die Graphic Novel aber zu einem wahren Hingucker. Besonders die Auftritte der Band sind aufwendig und bildgewaltig gestaltet, was für eine beeindruckende grafische Gestaltung des musikalischen Elements sorgt. Es ist in Comics immer eine besondere Schwierigkeit, Klänge darzustellen, was in diesem Fall durch eine Vermischung von Realität und Fiktion gut gelöst wurde. 

“Perkeros” ist eine etwas andere Geschichte, die durch einen Genremix zwar abwechslungsreich, aber auch etwas überladen und sonderbar gestaltet ist. Die besondere Ausrichtung auf die Charaktere heben sie zwar im Genre Musik hervor, aber die große Stärke der Graphic Novel liegt vor allem in der beeindruckenden Optik, die einiges fürs Auge bietet. 

Bewertung 3/5

Perkeros” findet ihr im breitgefächerten Katalog von izneo. Dort – und auch hier im Beitrag – steht euch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in den Titel sowie in die Handhabung des Webplayers hineinschnuppern. 😉 Schaut doch mal bei izneo vorbei, es ist für jeden Geschmack etwas dabei! 🙂

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