Historischer Roman,  Klassiker,  Rezension,  Summer Reading Challenge 2018

William Faulkner – The Sound and the Fury

Unshelve It: Read a book that’s been sitting on your Goodreads Shelves for a while.

„The Sound and the Fury” beginnt mit einem 62-seitigen Kapitel aus der Sicht Benjys, eines geistig behinderten Mannes, der nicht dazu fähig ist, Vergangenes von der Gegenwart zu unterscheiden. Dinge, die ihm in der Gegenwart, am 7. April 1928, widerfahren, vermischen sich mit Erlebnissen von mehreren Jahrzehnten. Hinzu kommt eine große Anzahl von Charakteren, teilweise mit denselben Namen, die in unterschiedlichen Zeitebenen Dinge erleben, die zwar alle verflochten sind, aber vom Erzähler nicht erklärt werden – weil er sie selbst nicht verstehen und differenzieren kann.

Diese Herausforderung gleich zu Beginn des Buches ist der Grund, weswegen „The Sound and the Fury” von William Faulkner so lange auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher lag. Die einzigartige Erzählperspektive Benjys macht das Einlesen schwierig, und durch die sehr objektiven Beschreibungen fehlt auch der emotionale Kontext. Dieser kommt dann in den nachfolgenden Kapiteln dazu. Das zweite Kapitel behandelt den letzten Tag im Leben einer der Brüder Benjys, Quentin, und wartet mit ganz eigenen Schwierigkeiten auf. Quentin erzählt sehr abstrakt und intellektuell in einem durchgehenden Bewusstseinsstrom, belohnt aber auch mit wunderschön zu lesenden Passagen.

Der Name, „The Sound and the Fury”, zu Deutsch „Schall und Wahn”, verweist auf eine Passage aus Macbeth von Shakespeare: „Leben ist nichts mehr als eine Fabel, erzählt von einem Idioten, voll mit Schall und Wahn, die nichts bedeutet.“ Dies allein gibt schon Aufschluss genug über den lebensverneinenden, pessimistischen Inhalt des Buches.

Im Grunde erzählt Faulkner hier eine komplexe Familiengeschichte. Die Compsons, ehemalige Südstaaten-Aristokraten, können nichts dagegen tun, dass das Ansehen und der Ruhm der Familie über die Jahre immer weiter schwinden, und kämpfen zudem mit finanziellen Nöten, Todesfällen und vielen weiteren Tragödien. Benjy und Quentin sind nur zwei Beispiele von lauter gebrochenen Charakteren, denen das Schicksal übel mitspielt. Die Details sollte sich jeder Leser allerdings selbst erarbeiten. Tüftelt man die einzelnen Beziehungen aus und lässt sich auf den zänkischen Stil ein, erwartet einen ein Buch, das man so garantiert noch nicht gelesen hat. Nur eine gute Stimmung sollte man am Ende nicht erwarten.

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