3/5,  Fantasy,  Grischa-Woche,  Rezension,  Young Adult

Leigh Bardugo – Grischa: Eisige Wellen

„Schwäche ist eine Verkleidung. Trage sie, wenn man wissen soll, dass du menschlich bist, aber nie aus einer Stimmung heraus.“

Band 2 der Grischa-Trilogie beginnt dort, wo Band 1 geendet hat. Alina und Maljen sind spektakulär aus Rawka geflohen und versuchen, sich ein neues Leben in Nowij Sem aufzubauen. Doch schon bald holen die Gerüchte um den Dunklen sie ein: lebendig und stärker denn je, soll er nun seinen Blick auf den Zarenthron richten und er wird nicht ruhen, bis er Alina, die er zur weiteren Steigerung seiner Macht braucht, gefunden hat. Müssen sich Alina und Maljen erneut dem Dunklen zum Kampf stellen? Und was hat es mit dem taffen, charismatischen und so undurchschaubaren Piraten – Entschuldigung: Freibeuter – Sturmhond und seiner Crew, die plötzlich auf der Bildfläche erscheinen, auf sich?

Mit „Grischa: Eisige Wellen“, im englischen Original „Siege and Storm“, führt Leigh Bardugo ihre Grischa-Trilogie fort. Die deutsche Übersetzung erschien erstmals 2013 im Carlsen Verlag.

Die Geschichte nimmt in Band 2 sehr schnell an Fahrt auf und lässt nach dem spannenden Ende von Band 1 nur eine kurze Verschnaufpause zu. Nach diesem gelungenen Auftakt folgt aber leider eine enttäuschend lange Strecke, in der sich die Handlung sehr zieht, ehe am Ende das Tempo deutlich angezogen wird und es noch spannender und actionreicher als am Anfang des Buches wird.

Interessant ist, dass im zweiten Band einige neue Figuren eingeführt werden. Dabei ist Leigh Bardugo mit Sturmhond ein hervorragender Charakter gelungen, der Schwung und neuen Wind in die Geschichte bringt und diese damit neu belebt. Dies macht vor allem den Mittelteil des Buches – zumindest für mich – deutlich erträglicher und ich hätte mir noch viel mehr Szenen mit diesem klugen, witzigen und starken Charakter, der einen des Öfteren zum Schmunzeln bringen kann, gewünscht. Enttäuschend ist dagegen die Charakterzeichnung des Dunklen. Ein interessanter Charakter mit Ausstrahlung, der im zweiten Band leider viel zu wenig Beachtung findet. Bardugo verschenkt hier großes Potenzial eines zunächst vielversprechenden Antagonisten.

„Grischa: Eisige Wellen“ ist leider etwas schwächer als sein Vorgänger. Zwar ist es Leigh Bardugo mit ihrem Schreibstil erneut gelungen, den Leser in diese ganz besondere, sehr komplexe Fantasywelt zu entführen, aber leider enttäuscht der sehr zähe Mittelteil, in dem Pläne geschmiedet, Allianzen gebildet und Beziehungen thematisiert werden. Vor allem die Liebesbeziehungen, ob angedeutet oder bestehend, lassen einen des Öfteren beim Lesen mit dem Kopf schütteln.

Leigh Bardugo kann aber auch im zweiten Band mit ihrer düsteren und mystischen Fantasywelt voller Geheimnisse und mit einem einzigartigen, wissenschaftlich angehauchten Magiesystem den Leser fesseln. Die neuen Charaktere tragen auch dazu bei und man darf gespannt sein, was Bardugo sich für diese im weiteren Verlauf der Geschichte noch überlegt hat.

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