Rezension,  Sachbücher und Biografien,  Summer Reading Challenge 2019

William Graham – Seven Continents: A Travel Memoir

Continental drift: Read a book set on every continent.

„Though we travel the world over to find the beautiful, we must carry it with us or we find it not.”

Ralph Waldo Emerson

Tagebücher über das Reisen gibt es viele. Selten jedoch wagen sich die Reisenden wirklich auf alle Kontinente der Erde – besonders Antarktika wird gerne ausgelassen. William Graham hat jedoch tatsächlich alle sieben Kontinente bereist und schildert in seinem Buch Seven Continents: A Travel Memoir” von seinen Erlebnissen.

Graham jedoch hat eine etwas andere Herangehensweise als die meisten anderen Touristen. Anstatt zu den größten Attraktionen zu pilgern, gefällt es ihm auf seinen Reisen viel mehr, die Natur zu genießen und sich über Geschichte und Kultur der besuchten Länder zu informieren. In seinen Erzählungen weiß er genau, was ihm gefällt und was nicht, und er schildert seine Eindrücke, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. London ist ihm genauso zuwider wie Tokio, Deutschland im Generellen uninteressant. Ins Schwärmen gerät Graham, wenn er über das Wandern in den Alpen schreibt, wenn er am eigenen Leibe die fortschrittliche Architektur von Machu Picchu kennenlernt oder in Marokko den Sternenhimmel betrachtet. Gerne macht er dabei literarische Bezüge, spricht von Emerson und Thoreau genauso wie von Pablo Neruda und Victor Hugo.

Der von ihm genutzte Stil ist dabei sehr wechselhaft. Besonders in der ersten Hälfte des Buches, welches sich vermehrt mit seinen Reisen innerhalb der USA beschäftigt, liest es sich manchmal wie eine abgearbeitete Liste und ein privates Reisetagebuch, und weniger wie ein veröffentlichtes Werk. Dieser Eindruck wird von dem schlechten Lektorat begünstigt – fast auf jeder Seite lässt sich das ein oder andere falsche Wort finden. Je weiter Graham sich jedoch von seinem Heimatkontinent entfernt, desto visueller werden seine Beschreibungen, desto mehr skurrile Anekdoten und Humor lässt er einfließen. So mancher Trip hätte aber doch ein paar mehr Details vertragen können.

Ein Must-Read der Travelogues ist Seven Continents” nicht. Fernweh bekommt man beim Lesen aber auf jeden Fall.

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