Haruki Murakami – Desire
Kurzgeschichten,  Rezension,  Summer Reading Challenge 2019

Haruki Murakami – Desire

Wheel of format: Read a book in a format that you don’t normally read in (a graphic novel, poetry, a play, an audiobook, etc.).

“Desire” ist eine Zusammenstellung mehrerer Kurzgeschichten von Haruki Murakami. Was “The Second Bakery Attack”, “On Seeing the 100% Perfect Girl One Beautiful April Morning”, “Birthday Girl”, “Samsa in Love” und “A Folklore for My Generation: A Prehistory of Late-Stage Capitalism” verbindet, ist hierbei das gemeinsame namengebende Thema des Verlangens. Dabei ist nicht immer ein romantisches oder sexuelles Verlangen gemeint, sondern die Begierde nach vielerlei Dingen: Verbindung, Essen, Glück. Zusammen ergeben die Kurzgeschichten eine bunte Mischung, die die Natur menschlicher Wünsche abzeichnet.

Kurzgeschichten waren nie meine favorisierte literarische Gattung, sind sie mir doch meist zu angereichert mit Metaphern und versteckten Bedeutungen, und zu kurz, um mich wirklich in die Geschichte einfühlen zu können. So überrascht es nicht, dass ich nie zuvor eine Kurzgeschichtensammlung gelesen habe. Murakamis Geschichten machen da leider keine Ausnahme. Besonders die ersten drei Erzählungen starten vielversprechend und enden dann an einem für mich nicht nachvollziehbaren Punkt. Und auch nach der Suche nach Interpretationshilfen aus dem Internet werde ich aus ihnen nicht schlauer. Die Geschichten scheinen aussagelos im Sand zu verlaufen und lassen mich mit Verwirrung und dem Gefühl, nicht smart genug zu sein, um sie zu verstehen, zurück. Also alles so wie damals bei der Kurzgeschichtenanalyse im Deutschunterricht.

Wirklich gefallen hat mir von den Geschichten nur die letzte, “A Folklore for My Generation”, in der es um die Irrungen junger Liebe geht, die letztlich an unterschiedlichen Ausprägungen von Verlangen scheitert. Diese Erzählung endet an einem logischen Punkt und lädt zum Nachdenken über das eigene Leben und vergangene Erfahrungen ein.

Schließlich macht auch das Buch selbst keinen guten Eindruck. Neben Leerseiten und einigen, auf den ersten Blick willkürlichen ganzseitigen Zitaten fehlt ein Inhaltsverzeichnis, was das Auffinden von einzelnen Geschichten erschwert.

Es wird wohl das letzte der Vintage Minis bleiben, das ich mir zulege. Murakami, dessen Schreibstil schnörkellos und leicht zu lesen ist, schreibe ich noch nicht ganz ab – vielleicht gefallen mir seine Romane ja etwas besser als diese Kurzgeschichten.

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