Rezension,  Sachbücher und Biografien

Rachel Hollis – Girl, Wash Your Face

Was für Menschen schreiben Selbsthilfebücher? Solche, die Erfolg haben, oder solche, denen das Leben Steine in den Weg gelegt hat? Rachel Hollis ist beides zugleich. CEO ihrer eigenen Firma und Mutter von vier Kindern, gleichzeitig aber auch Opfer von schweren Schicksalsschlägen und jahrelanger Unsicherheiten. In ihrem Buch “Girl, Wash Your Face” macht sie kurzen Prozess mit den Lügen, die sie sich ein Leben lang eingeredet hat: nicht gut genug zu sein, eine schlechte Mutter zu sein, nicht weit genug im Leben gekommen zu sein. Dabei verspürt sie keine Scheu, auch sehr intime Details – seien es peinliche oder tragische Geschichten – aus ihrem Leben zu erzählen, um ihren Lesern ihre Intention klar zu machen und sie von ihren Argumenten zu überzeugen.

Über Hollis selbst kann man denken, was man will. Sei es ihr christlicher Glaube, den sie häufig in ihre Kapitel mit einfließen lässt, ihr wiederkehrender Hass auf Cola Light oder ihre feste Überzeugung, mit viel Arbeit folglich auch weit zu kommen – sie hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg und spricht über alles, was sie beschäftigt, mit Passion. Doch wie sie selbst im Buch sagt: “Someone else’s opinion of you is none of your business.” Dass Hollis als weiße, konservative Frau privilegierter ist als viele andere, kann man genauso wenig abstreiten wie ihren Erfolg. Ob man aus “Girl, Wash Your Face” Inspiration holt oder es als ein generisches Selbsthilfebuch abstempelt, kommt auf die ganz individuelle Lebenssituation und Einstellung an. 

Auch wenn es durchaus Elemente gibt, die ich an ihrem Werk kritisch sehe, erinnerten mich Hollis’ Worte doch an einige wichtige Lebenslektionen, die man sich immer mal wieder vor Augen führen sollte. Allen voran: sich nicht mit anderen zu vergleichen und den eigenen Weg zur Selbstverwirklichung zu gehen.

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