3/5,  Gegenwartsliteratur,  Rezension,  Thriller

Colleen Hoover – Verity

Eine Mischung aus New Adult und Thriller – so wurde “Verity” von Colleen Hoover auf Instagram von mehreren Seiten angepriesen. Und es macht ja auch Sinn. Die sehr bekannte CoHo ist überwiegend für Jugendbücher und New Adult bekannt und das Cover sieht nicht nach einer düsteren Geschichte aus. Doch trotz recht expliziter Sexszenen ist “Verity” keineswegs ein New Adult-Roman, sondern ein recht handelsüblicher Psychothriller.

Lowen ist Autorin, die sich mit dem Verkauf ihrer Bücher, besonders nach dem Tod ihrer Mutter, kaum über Wasser halten kann. Als ihr das Angebot gemacht wird, als Ghostwriter für die sehr erfolgreiche Thriller-Autorin Verity Crawford tätig zu sein, kann sie gar nicht anders, als das Angebot anzunehmen, zumal sie sich zu ihrem Ehemann Jeremy hingezogen fühlt. Verity ist seit einem Autounfall pflegebedürftig und nicht mehr in der Lage, selbst zu schreiben. Um sich selbst in Veritys Notizen zu ihrer Reihe einfinden zu können, fährt Lowen über ein paar Tage selbst ins Haus der Crawfords – nicht wissend, dass ihr Aufenthalt deutlich länger dauern wird, als sie es zunächst andachte. Denn statt Notizen zu ihrer bisherigen Reihe findet Lowen das Manuskript einer Autobiografie, die ihre Sicht auf Verity und die Unfalltode ihrer beiden Töchter dramatisch verändert.

“Verity” ist ein spannender Roman, dessen größte Stärke die dichte Atmosphäre ist. Die Unbehaglichkeit, die Lowen im Haus verspürt und die mit jeder Seite des Manuskripts stärker wird, überträgt sich spürbar auf den Leser. Colleen Hoover weckt das Misstrauen, lässt einen alle Handlungen der Charaktere bis zum Schluss hinterfragen. Auf jeder Seite wartet eine neue Gefahr. Die Auflösung des Ganzen hat mich zwar etwas enttäuscht, wirft sie doch viele Fragen und Logiklöcher auf, trübt aber die Reise dahin nur wenig. Vielleicht bin ich durch andere Rezensionen mit einer falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen. Einen innovativen Genremix aus Thriller und NA hätte ich aber lieber gehabt als nur einen Thriller mit teils zu obszönem Sex.

Bewertung 3/5

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