3/5,  Rezension,  Summer Reading Challenge 2018,  Young Adult

Markus Zusak – Underdog

Memories: Read a book that you bought while on vacation.

Der 15-jährige Cameron Wolfe lebt mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern in einer Vorstadt von Sydney. Seine Familie lebt das Leben einer typischen australischen Arbeiter-Familie. Cameron und sein älterer Bruder Ruben, die ein sehr enges und freundschaftliches Verhältnis zueinander pflegen, vertreiben sich ihre Freizeit mit allerhand verrückter Ideen. Da das Geld oft nicht reicht, überlegen sie sich Pläne, um an dieses zu gelangen. Die über lange Zeit erdachten Raubzüge ziehen die beiden jedoch nie durch, lediglich an die Idee, bei Pferderennen den großen Gewinn zu erzielen, wagen sie sich heran. Alles scheint ganz normal für Cameron: verrückte Ideen, kein Job, meistens pleite und keine Freundin. Doch dann trifft er auf Rebecca. Von diesem Tag an kreisen seine Gedanken nur noch um sie. Camerons Welt steht von jetzt auf gleich Kopf.

Markus Zusak erzählt in „Underdog“ eine ruhige und recht unspektakuläre Geschichte von einem stillen, nachdenklichen jungen Mann, der auf der Suche nach sich selbst und seinem Platz in der Welt ist. Dieser Roman ist der erste Teil der Wolfe Brothers-Trilogie rund um die beiden Brüder Cameron und Ruben Wolfe, die mit „Fighting Ruben Wolfe“ und „Getting the Girl“ fortgesetzt wird. Da hier zunächst ein Einstieg in die Geschichte geschaffen wird, ist es nicht sehr verwunderlich, dass die Handlung sehr schlicht und inhaltsarm erscheint.

Cameron schildert den Zusammenhalt der Familie und die Verhaltensweisen der einzelnen Charaktere. Dabei kommt vor allem der Aspekt zum Vorschein, dass er sich stets im Schatten seines Bruders Ruben sieht. Dieser sieht einfach besser aus, kommt überall gut an, ist äußerst schlagfertig und kommt mit seinem Leben sehr gut zurecht. So sieht es zumindest Cameron. Diese Selbstzweifel zeigen, wie unsicher der 15-jährige im Reifestadium vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen ist. Er bezeichnet sich als Underdog und sieht sich zwar nicht als Looser aber eben auch nicht als Winner. Dennoch hat er große Vorstellungen vom Leben, die ihn antreiben. Auch wenn die im Roman beschriebenen Ereignisse zunächst nicht besonders wirken, so sind sie für Cameron sehr aufregend.

Die täglichen Erlebnisse verarbeitet er in Träumen, die sich optisch im Text abheben. Der Schreibstil wirkt insgesamt jedoch leider etwas unerfahren. „Underdog“ erschien 1999 und war Markus Zusaks Debütroman. Daher ist es nicht überraschend, dass seine Schreibkunst noch nicht so ausgereift war, wie beispielsweise in seinem späteren, äußerst erfolgreichen Roman „Die Bücherdiebin“.

Diesen Beitrag könnt ihr euch auch bei Instagram und YouTube ansehen bzw. anhören.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.