Fantasy,  Rezension

Matt Forbeck und Jeff Grubb – Ghosts of Ascalon

Die meisten Bücher zu Videospielen sind eher… schlecht. Wer Geschichten zu seinen Lieblingsspielen sucht, wird häufig mit flachen Charakteren, vorhersehbarer Story und einem durchwachsenen Schreibstil belohnt.

„Ghosts of Ascalon” von Matt Forbeck und Jeff Grubb, welches im Universum von Guild Wars angesiedelt ist, gehört dabei zu den besseren Romanen. Dougal Keane, unser Held wider Willen und seines Zeichens Abenteurer, wird beauftragt, die Klaue des Khan-Ur zu finden. Dieses Artefakt der Charr, einer humanoiden Katzenrasse, könnte den Friedensverhandlungen der lang verfeindeten Menschen und Charr den letzten Stoß geben. Die Crux an der Sache: Die Klaue befindet sich mutmaßlich in Ascalon City, dem einstigen Kapitol der Menschen, welches heute von Geistern überrannt ist. Mit einem Trupp von anderen Abenteurern zieht Dougal schließlich los, nicht ahnend, dass ihn auf seinem Weg Leid, Verrat und der Tod einiger Kameraden erwartet.

Die inneren Eindrücke der Charaktere, die Art, wie sie miteinander interagieren und der andere Blickwinkel auf diese Welt, die man sonst nur im Spiel bereist, sind die Highlights dieses Buches. Auch wenn Dougal Keane als Charakter flach bleibt und seine emotionalen Reaktionen so manches mal zu wünschen übrig lassen, gibt es in dem bunten Strauß der Charaktere den einen oder anderen, der einem doch ans Herz wächst.

„Ghosts of Ascalon” ist für all diejenigen interessant, die die Welt von Tyria bereits kennen. Auch sechs Jahre nach Release des Spiels bietet das Buch noch neue Informationen, die es in dieser Form nicht in das Spiel geschafft haben. Doch auch wenn bewusst versucht wird, den Roman so zugänglich wie möglich zu gestalten, sind Fantasy-Leser ohne Guild Wars-Hintergrund wohl mit einem anderen Buch des Genres ein wenig besser beraten.

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Ein Kommentar

  • Zlorf

    Die meisten Bücher zu Videospielen sind nicht nur eher schlecht… Sie sind meistens ganz eindeutig schlecht. Ich kenne bis jetzt genau EIN Videospiel Buch das Ich wirklich mag und das ist „Der letzte Wächter“ von Jeff Grube und selbst bei dem würde ich eher sagen es ist Mittelmäßig.

    Anders sieht es ironischerweise bei Büchern zu Kartenspielen aus^^. Magic the Gathering hat mit der Ravnicka Trilogie schon eine tolle Reihe abgeliefert. Aber nun seis drum.

    Die Guild Wars Bücher (3 Gibt es bis jetzt) mochte ich persönlich eigentlich immer. Das beste davon ist für mich ganz klar Meer des Leides – in dem der Fall des 1. Löwensteins (zu dem Zeitpunkt war Kryta mit zwei Herrschern bestückt) – und Aufstieg als Piratennation besprochen wird. Ausgelöst wurde hier alles durch das Erwecken von Zhaitan.

    Die Geister Ascalons ist im oberen Mittelfeld würde ich sagen. Es hat ein paar nette Charaktere die man übrigens alle im derzeitigen Guild Wars 2 treffen kann…. Naja alle bis auf die Sylvari (ihr Grab findet man in den Verwüsteten Feldern , neben dem Baum findet man den guten Norn der Geschichte) und die Trulla neben Dougal (denn kannst du übrigens in der Gilden Initiative treffen^^).

    Was man wirklich negativ ist, ist im Grunde das komplette Ende…. Es heißt zwar Geister von Ascalon… so richtig in den Katakomben ist man gerade mal 10 Seiten lang…. Ebenfalls wird mir der Konflikt – vor allem auf der Seite der Charrs – als etwas zu simple dargestellt. Die Charr sind nicht ohne Grund Religionsverachtend – die gute Flammenlegion mit ihren Titanen hat schon viel Unterdrückung geleistet. Wenn man GW1 gespielt hat , versteht man aber auch den Hass der Menschen auf die Felligen Kätzchen…. In Eye of the North erlebt man auch die Probleme der Oma von Logan Thackeray, Gwen Thackeray, die Sie bei der Gründung von Ebon Falke hatte.

    Aber Ja trotzdem würde ich sagen… es ist immer noch besser als 99% aller Büchern zu Spielen… Und ich habe davon zu viele gelesen… Mein armes Warcraft Herz liegt lächzend und blutend am Boden nachdem fürchterlichen Christie -warum darf Sie noch Romane Schreiben- Golden.

    PS: Fast alle Infos im Buch sind im Spiel – nur halt nicht immer so leicht zugänglich.

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