4/5,  Gegenwartsliteratur,  Rezension,  Romantik,  Young Adult

Anne Freytag – Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte

“Es ist noch gar nicht so lange her, da war Rosa nur eine Farbe und David mein bester Freund. Seitdem ist viel passiert.”

Freytag-Freitag ❤️ Rosa ist nach dem Abi nach Australien aufgebrochen. Eigentlich wollte sie mit Simon reisen, aber der hat sie sitzen lassen. Deswegen ist sie jetzt alleine unterwegs. Im Hostel trifft Rosa auf Frank, der ebenfalls alleine reist, da sein bester Freund David einen Rückzieher gemacht hat. Sie verbringen immer mehr Zeit miteinander und kommen sich näher, wollen schließlich gemeinsam einen Camper kaufen und weiterreisen. Zu zweit. Doch dann taucht David auf und alles ändert sich…

Anne Freytags Roman “Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte” ist eine klassische Coming-of-Age-Geschichte um drei Abiturienten, die in der Weite Australiens nach sich selbst suchen. Es geht dabei vor allem um Liebe – zueinander, zu sich selbst, zu Freunden, zu Eltern. Dabei verwendet Freytag keine Label, um die Verhältnisse zu beschreiben, sie passieren einfach. So wird die polyamouröse Beziehung vom Leser als eine natürliche Entwicklung empfunden, was ich als große Stärke des Buches ansehe. Wer allerdings explizit queere Gedanken finden möchte, sucht hier vergebens.

Freytag lässt die Geschichte abwechselnd tagebuchartig aus der Sicht von einem ihrer drei Hauptcharaktere erzählen – und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Da kann es schon mal recht explizit zur Sache gehen und manchmal auch für Verwirrung sorgen. 

Lästig erschienen mir einerseits die ständige Erwähnung der Songs, die gerade gehört werden, wobei ich mich gefragt habe, ob die Immersion wohl größer gewesen wäre, wenn ich die Songs dann auch gehört hätte. Das war aber wenig praktikabel. Andererseits werden öfter Markenprodukte erwähnt, was mich schon an Schleichwerbung erinnert hat. Das ist aber nur ein kleines Manko im Vergleich zu dem, was man von Anne Freytag bekommt.

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