1/5,  Gegenwartsliteratur,  Rezension,  Young Adult

Ava Reed – Die Stille meiner Worte

Ein schönes blaues Cover mit einer jungen Frau und ihrer Katze – viel mehr braucht es nicht, um mich davon zu überzeugen, ein Buch mitzunehmen. Da ich auf Instagram desweiteren viel Gutes über Ava Reed und ihre Bücher gehört habe, dachte ich, es wäre mal wieder Zeit für ein Young-Adult-Buch. Ich lag falsch.

“Die Stille meiner Worte” ist die Geschichte der jungen Hannah, die ihre Zwillingsschwester Izzy verlor. Sie selbst gibt sich Schuld an der Situation und ist seit der Nacht ihres Todes stumm. Izzys Kater Mo und die Briefe, die Hannah schreibt, sind ihre einzige bleibende Verbindung zu ihrer Schwester. Da sich ihr Zustand nicht bessert, wird sie von ihren Eltern auf ein Internat geschickt, wo sie Levi kennenlernt, dessen Probleme ganz anders, aber irgendwie dieselben sind.

Was vielversprechend klingt und einiges an emotionaler Tiefe mitbringen könnte, war für mich eine einzige Enttäuschung. Pseudopoetische Phrasen wechseln sich mit permanenten Plattitüden ab und werden perfekt eingefangen von den nichtssagenden Kalendersprüchlein, die am Anfang eines jeden Kapitels abgedruckt sind. Hannah ist ein meist langweiliger, passiver Charakter und auch die übrigen Figuren bestechen nicht gerade durch Tiefe. Love Interest Levi bekommt zwar eine traurige Vergangenheit, eine Gitarre und ein paar Piercings, leider aber sonst so ziemlich keine Eigenschaften, die in mir eine Gefühlsregung auslösen. Das ist, selbst für ein Jugendbuch, echt wenig. Lange dümpelt die Geschichte nur so vor sich hin. Der Großteil des Buches spielt auf einer Klassenfahrt, auf denen die Jugendlichen überwiegend sich selbst überlassen werden, es am Ende aber natürlich für alle eine total augenöffnende Erfahrung ist. Klar.

Was man der Geschichte dennoch zu Gute halten kann, ist, dass die Beziehung zwischen Hannah und Levi nie übermäßig romantisch wird, was die Atmosphäre des Buches wohl nur noch mehr zerstört hätte. Für mich rettet es das Buch aber leider auch nicht mehr.

Diesen Beitrag könnt ihr euch auch bei Instagram ansehen.

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